Der Baum – Ein hölzerner Fels in der Brandung des LebensSchon in der Bibel steht geschrieben, dass ein Mann im Laufe seines Lebens ein Haus bauen, Kind zeugen und einen Baum pflanzen soll – klingt altmodisch und die letzte Pflicht, die man sich für das starke Geschlecht ausgedacht hat, passt auch irgendwie nicht in die Kausalkette. Doch der Baum spielt in vielen Mythen, Märchen und Riten eine bedeutende Rolle und hat je nach Art eine bestimmte Bedeutung. So kann es doch nicht schaden, wenn ich in meinem beschaulichen Garten ein Exemplar pflanze – darf zwar nicht so groß sein, aber ewiges Glück wird das gute Stück mir ja vielleicht trotzdem bringen!

Von der Wiege ins Grab

Vor allem in der romantischen Literatur und Kunst wurde der Baum mit dem menschlichen Gang des Lebens in Analogie gesetzt. So kam es, dass man zur Geburt einen pflanzte oder aber Grabsteine mit dem Bild eines Baumes verzierte. Denn ebenso, wie Fruchtbarkeit, Beständigkeit und Gedeihen symbolisch für das Leben stehen, wird er auch mit Vergänglichkeit in Verbindung gebracht. Doch der Baum ist auch einen Trostspender und Hoffnungsträger. Bestes Beispiel: Aschenputtel! Das Mädchen legt einen Zweig auf die Ruhestätte ihrer verstorbenen Mutter, woraufhin ein Bäumchen heranwächst. Ein Zeichen für das Leben nach dem Tod? Das mag dahingestellt sein, aber im Märchen ist ja alles möglich und außerdem widerfahren der guten Seite immer Wunder.

Mit der Ehe kommt die Fehde – dagegen hilft ein Bäumchen!

Fakt ist aber, dass Menschen seit jeher und auch noch heute dem Baum eine außerordentliche Bedeutung zuschreiben. So ist es ein beliebtes Hochzeitsritual, einen Baum zu pflanzen, um fortwährende Verbundenheit zu symbolisieren. Kein Wunder, denn beständige Ehen sind in der hiesigen Zeit durchaus eine Seltenheit. Da passt ein Apfelbaum oder eine Eiche perfekt! Denn diese bedeuten Beständigkeit in rauen Zeiten, Hingebung und Zusammenhalt. Ist das Liebesglück perfekt und soll der nächste Schritt in Angriff genommen werden, setzt man einen Haselnussbaum als Zeichen für Fruchtbarkeit obendrauf – schließlich darf das Kinderzeugen ja nicht vergessen werden! Gegen Eifersucht hilft eine Weide, ein wahrlich zauberhaftes Bäumchen, dessen Zweige von den Männern früher gern an den Hut gesteckt wurde – Gelassenheit ist schließlich alles, wenn ein Fremder der Herzdame unter den Rock schaut!

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