Farne (Adiantum) gehören zu den ältesten Pflanzenarten unserer Erde. Sie lieben Schattenbereiche und nur wenige dieser Spezies leben in sonnendurchfluteten Landschaften. Zumeist wachsen sie im lichten Laubbereich größerer Gehölze. Bilden – wie der Königsfarn – gewaltige heckenähnliche Zonen, in denen sich bevorzugt Niederwild Deckung sucht. Etliche Sorten lieben kalkhaltigen Boden und wachsen in Mauerfugen, oder direkt auf Steinen.

Im Harz weit verbreitet

Der Harz ist wohl das größte Farngebiet Europas. Hier kommen allein über 30 Arten vor. Bereits vor 350 Millionen Jahren gab es Farn, er war damals so groß wie etwa der Fingerhut (Digitalis). Die mehr oder weniger gefiederten Blätter galten als heilige Pflanze und wurden in der Magie verwendet. Aber auch in Medizin spielte und spielt der Farn eine beachtliche Rolle. Die aus der Wurzel gewonnene Tinktur wird äußerlich angewendet. Die heilsamen Wirkstoffe werden zum Beispiel bei Rheuma, Gicht, Krampfadern, Wadenkrämpfen und Nervenleiden eingesetzt. Nicht umsonst heißt eine Sorte auch Wurmfarn. Mit Teilen dieser Pflanze wurden Würmer bei Mensch und Tier bekämpft. In Hühnerställen und Taubenschlägen legte man früher Farnwedel aus, um so wirksam gegen Parasiten vorzugehen.



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Der darf nie fehlen

Im Bauerngarten fehlt er nie, zumeist ist es dort der Wurm- oder Straußenfarn. Es gibt etliche hundert Sorten und so ist es leicht, sich einen Farngarten anzulegen, oder aber in Teilbereichen des Gartens Farne anzusiedeln. Es gibt winterharte, immergrüne, und exotische Farne. Sie vermehren sich über Sporen, die man unter den Blattwedeln deutlich erkennen kann. Fast alle Arten sind Wald- oder Sumpfbewohner, das zeigt deutlich, wo sie im Gartenbereich leben müssen und welche Voraussetzungen man schaffen sollte: Tiefgründiger und humusreicher Boden, der viel und lange Feuchtigkeit hält, ist Voraussetzung. Nur wenige Arten sind sonnenresistent. Farne sind in sehr unterschiedlichen Größen zu bekommen, von 20 Zentimeter bis gut zwei Meter Höhe. Begleitpflanzen können alle schattenliebenden Arten sein, Funkien (Hosta) sind besonders attraktiv mit ihrem grün-gelben Blattwerk. Wichtig ist über das ganze Jahr hindurch permanente Feuchtigkeit, deshalb bietet es sich an, eine Kompostschicht auf den Boden zu bringen. Vor dem Winter färben sich manche Farne gelb und die Wedel vertrocknen. Diese abgestorbenen Pflanzenteile sollte man abschneiden und auf dem Boden liegen lassen; es ist wertvolle Nahrung für die Pflanze.

Häufige Arten

Der Frauenfarn ist bei uns, wie der Straußenfarn wohl am häufigsten in der Natur zu finden. Er wird maximal 1,5 Meter hoch. Der Königs- oder Adlerfarn ( so genannt, weil beim schrägen Durchschnitt des Halmwedels sich ein Adlerbild zeigt) ist bis zu zwei Meter hoch. Absolut anspruchslos ist der Wurmfarm, er wird etwa einen Meter hoch und wächst nahezu überall. Interessanter aber ist der Pfauenradfarn. Er benötigt kalkhaltigen, stets feuchten Boden und hat eine fantastische Goldfärbung im Herbst. Nur knapp 40 Zentimeter hoch wird der Tüpfelfarn, ist wintergrün und wächst gerne auf alten Baumstämmen.

Unterschlupf für Insekten

Farne gehören in den Garten, sie bieten Insekten, Laufkäfern und anderen kleineren Lebewesen Unterschlupf. Gerade weil es so simpel ist, diese Pflanzen im schattigen Gartenbereich heimisch zu machen, lohnt eine Anpflanzung. Verboten ist es jedoch, Farne in der Natur auszugraben und umzusiedeln. Dafür gibt es den Fachhandel, von dem man mühelos eine große Zahl an Sorten bekommen kann. Farne im Garten , das ist ein wenig Urwald daheim. Salamander und andere die Feuchtigkeit liebende Tiere werden sich einfinden, wenn man das Umfeld entsprechend gestaltet. Grobklobige Steine, Baumwurzeln und im Vermoderungsprozess begriffene dicke Äste passen gut dazu. Nicht selten werden sich dort im Herbst auch Pilze, wie der Hallimasch und Parasolpilze ansiedeln. Es ist ein besonderes Leben im Farngarten. Hier kann man vor der eigenen Haustür ein Stück vergangene Zeit wieder erwachen lassen und im zarten Lichtspiel den Hauch der Magie spüren. Elfen und Trolle, so sagt man in nordischen Ländern, feiern hier ihre Zaubernacht – und wer würde wohl so etwas – mit viel eigener Fantasie – nicht gerne beobachten?

Foto: Christian Weninger – Fotolia.com

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