Im Februar und März sehen wir sie in den kahlen Gärten und Parks in voller, meistens weißer, Blüte stehen und freuen uns über diese Vorboten des Frühlings. Dieser prachtvolle Anblick macht die Magnolien zu beliebten Ziergehölzen, die sich immer häufiger in den Gärten finden lassen.

Es gibt viele Arten von Magnolien, die sich entweder als Bäume oder Sträucher pflanzen lassen. Es gibt sie in sommergrüner und in immergrüner Ausführung, wobei die Laubblätter im Gegensatz zu anderen Pflanzen wechselständig angeordnet sind. Anhand der Form der Nebenblätter lassen sich die einzelnen Magnolienarten ziemlich genau bestimmen und unterscheiden. Die azyklisch aufgebauten Blüten werden schon im Sommer und Herbst angelegt, und blühen dann als erste im kalten Frühling auf, bei sommergrünen Magnolien sogar bevor die ersten Blätter kommen, was sie wirklich attraktiv erscheinen lässt.

Pflegehinweise

Die 230 bekannten Arten der Magnolien kommen eigentlich aus Amerika und Ostasien und wurden nach ihrem Entdecker, dem aus Frankreich stammenden Botaniker Pierre Magnol benannt.
Fast alle Arten der Magnolie sind winterhart, auch die immergrünen Magnolien. Zwar sollte man sie an eine geschützte Stelle pflanzen, dann erfrieren sie aber auch nicht und beschenken uns mit ihrer Blätter- und Blütenpracht. Bei allen Arten gilt, dass der Boden sauer und durchlässig sein muss. Liegt Sandboden vor, muss dieser vor der Pflanzung mit Torf durchmischt werden. Gleiches gilt für zu lehmige Böden. Gleichmäßige Feuchte, beziehungsweise Bewässerung ist ein Muss, nur zu nass darf die Magnolie nicht stehen. Düngen sollte man am Besten im März/April, wenn die Blüte vorbei ist, und zwar mit Langzeitdünger wie Blaukorn oder ähnlichem.

Im Sommer, so Anfang Juli herum, gibt man dann die zweite Düngergabe. Mehr ist nicht nötig. Denn bei mehr oder später gegebenem Dünger reifen die Blütentriebe im schlimmsten Fall im Herbst nicht richtig aus, was dazu führen kann, dass diese noch weichen Triebe bei Frost wegfrieren und somit kaum Blüten übrigbleiben werden. Der Standort muss immer Sonne haben, wobei halbschattig noch ok ist, aber nur Schatten geht nicht. Vollsonnig und windgeschützt ist natürlich optimal. Der große Vorteil von Magnolien ist, dass sie nicht wie andere Pflanzen von typischen Krankheiten oder Insekten befallen werden, weshalb sie wesentlich pflegeleichter sind als andere.

Geschichtliches zur Magnolie

Seit 2007 ein Bericht der Universität Bournemouth veröffentlicht wurde, gelten 132 der insgesamt über 200 Magnolienarten als gefährdete Pflanzen. Dieser Umstand begründet sich darin, dass die natürlichen Lebensräume der Magnolien für die Landwirtschaft immer häufiger zerstört werden. Umso wichtiger, dass die Arten zumindest in Form von Ziergehölzen in Gärten und anderen Standorten erhalten bleiben. Schon die Chinesen haben die Blütenfülle und Blütenpracht der Magnolien bewundert. Die Pflanzen waren allerdings dem Kaiser vorbehalten, der sie höchstens Mal ganz besonders verdienten Offizieren und Untertanen als Auszeichnung zum Anpflanzen übergeben hat.

Sogar die Pflanzengeschichte der Magnolien selbst reicht über 100 Millionen Jahre zurück, bis hin zu den Anfängen der Flora überhaupt. Die einzigen Pflanzen, die noch älter sind als die Magnoliengehölze sind Moose und Farne. Dabei stellt die spiralförmig angeordnete Blütenpracht der Magnolien eine niedrige Entwicklungsstufe der pflanzlichen Evolution dar, sozusagen eine Übergangsform zwischen Nadelbäumen und Laubgehölzen. Deshalb hat auch die Frucht der Magnolie soviel Ähnlichkeit mit einem Kiefernzapfen. Magnolien haben nicht nur prächtige Blüten, und diese in weiß, zartrosa oder rot in allen Abstufungen, sondern manche Arten beglücken uns außerdem noch mit betörendem Duft.

Foto: Sandra Gligorijevic – Fotolia.com

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