Die Hasel bringt im Herbst die Haselnuss hervor, die zu den beliebtesten Nussfrüchten der Deutschen gehört und in der Küche vielseitige Verwendung findet. Ein eigener Haselstrauch im Garten ist daher fast ein Muss für Liebhaber der knackigen Köstlichkeiten.

In der Familie der Birkengewächse gehören die sommergrüne Haseln zu den meist aufrecht wachsenden Sträuchern, die meist bis zu sechs Meter hoch werden, in Einzelfällen kann ein Haselstrauch aber auch zu einem fast zehn Meter hohen Baumheranwachsen. Bei guter Pflege haben die Pflanzen eine Lebenserwartung von bis zu 100 Jahren, einen Haselstrauch im eigenen Garten anzupflanzen kann so zu einem Projekt für mehrere Generationen werden. Dabei ist die Auswahl der richtigen Sorte entscheidend, je nachdem ob man sich einen ertragreichen Strauch wünscht oder die Hasel nur zur Zierde setzen möchte.

Einen Haselstrauch im eigenen Garten pflanzen

Als Zierpflanze ist vor allem die Korkenzieher-Hasel mit ihrer verspielten Wuchsform sehr beliebt, als Nutzform gehört die Lambertshasel zu den wichtigsten Arten, deren etwas größere und leicht süßlich schmeckende Früchte einen Großteil der im Handel erhältlichen Haselnüsse stellen. Allerdings ist die Lambertshasel an das wärmere Klima Kleinasiens und des südöstlichen Europas gewöhnt, in deutschen Gärten findet man daher häufiger die gemeine Hasel oder andere Arten, die unter den hiesigen Bedingungen gedeihen.

Dabei sind Haselsträucher im Allgemeinen eher anspruchslos und begnügen sich mit fast jedem verfügbaren Boden, solange dieser nicht zu feucht ist. Am besten gönnt man ihnen einen sonnigen und windgeschützten Standort, ansonsten sind sie relativ pflegeleicht und bedürfen nicht einmal eines Rückschnittes, um den Ertrag zu steigern. Haseln sind bis zu 35° Minus frostbeständig und bilden schon im Januar wieder erste Knospen aus. Außerdem tragen sie männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze, während Vögel, Eichhörnchen und andere Nuss-Liebhaber für die Verbreitung der Samen sorgen. Wer trotzdem zusätzlich nachhelfen möchte, kann seinen Haselstrauch am einfachsten durch die Absenker-Methode vermehren.

Die Haselnuss als Lebensraum für Pflanze und Tier

Auf einem nicht zu feuchten Untergrund gedeihen Haselsträucher in der Regel prächtig, trotzdem kann es unter unglücklichen Umständen zu einem Schädlingsbefall kommen. Problematisch sind dabei zum Beispiel der Haselnussbohrer, ein Vertreter der Rüsselkäfer, der seine Eier in den Nüssen ablegt, sodass sich die Maden durch die Früchte knabbern, oder die Haselnuss-Gallmilbe, die sich an den Knospen zu schaffen macht und hier für Verformungen sorgt. Im zweiten Fall hilft nur, die befallenen Knospen und gegebenfalls auch die befallenen Äste zu entfernen, gegen den Haselnussbohrer wird ein Umgraben der Erde, in der sie überwintern, oder das Abklopfen der Tiere von den Sträuchern empfohlen.

Haselsträucher sind außerdem ein bevorzugter Lebensraum des Schuppenwurz, einer parasitären Pflanze, die sich auch gern auf den Wurzeln von Erlen niederlässt und sich hier mit Wasser und Nährstoffen versorgt. In der Regel schadet dies der Wirtspflanze nicht, stattdessen bildet der Schuppenwurz eine hübsche, wenn auch unauffällige Ergänzung zur Pflanzenvielfalt des Gartens.