Faux bourdon butinantJeder Gärtner mit Obstbäumen, Beerensträuchern und anderen Fruchtlieferanten ist darauf angewiesen: genügend Insekten im Frühjahr und Sommer, damit auch eine möglichst große Ernte zustande kommt. Doch das kann von Jahr zu Jahr schwanken, denn die Entwicklung von klassischen Bestäubern wie Biene und Hummel ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann sich die kleinen, sympathischen Hummeln mit ein wenig Eigeninitiative selbst in den Garten holen, damit auch wirklich alle wichtigen Pflanzen genügend bestäubt werden. Dazu gehört aber nicht nur der Verzicht auf aggressive Spritzmittel und der gezielte Anbau von Hummel-Pflanzen, sondern man kann ebenso natürliche oder künstliche Anreize für geeignete Nistplätze liefern. Die einfachste Variante ist die Bestellung eines Hummel-Pakets. Für rund 50 Euro können sich Hobby-Gärtner, die um ihre Obstausbeute besorgt sind, ein kleines Erdhummel-Volk bestellen, welches in einem speziellen Kasten unter den Obstbäumen plaziert wird. Doch wer ein wenig mehr Aufwand betreiben will, trägt eben nicht nur eine reiche Ernte davon, sondern schafft einen natürlich gute Umgebung für die teils durch Aussterben bedrohten Hummelarten in Deutschland.

So bekommen Sie Hummeln in Ihren Garten:


Nistplätze für Hummeln bauen

Wer einen großen Garten mit vielen Obstbäumen besitzt, der kann sogar mehrere dieser Nistkästen aufstellen, bzw. bauen. Da ein Hummelvolk der Erdhummel mit rund 70 – 90 Hummeln in etwa einen Radius von 500 Metern abdeckt, kann man je nach Größe des Gartens auch für zwei oder drei Nistplätze sorgen. Die einfachste und natürlichste Art und Weise ist, an einem geschützten und halbschattigen Platz im Garten, der nicht besonders stark frequentiert wird, ein spatentiefes Loch in den Boden zu graben. Das wird mit bevorzugt mit Polsterwatte und Moos gefüllt und obendrauf komm ein umgedrehter alter Tontopf mit Loch. Erde wird von außen drumherum gehäufelt, damit alle Ränder abgedichtet werden. Das Ablaufloch im Topf dient den Hummeln als Eingang und sollte deshalb über dem Boden liegen, damit kein Wasser hineinlaufen kann. Über den Winter nimmt man den Tontopf weg, da die Kälte ihn sonst zerstört.

Es gibt aber auch Kästen und Nester, die speziell konstruiert werden, um allen Bedürfnissen der Hummel genüge zu tun. Dazu gehört nicht nur eine innere Einteilung in verschiedene Kammern, damit die Hummeln ihren Wohnbereich von Kot freihalten können und sich somit besser gegen Milbenbefall schützen können, sondern auch eine durchsichtige Kunststoffklappe am Eingang. Diese öffnen und schließen die Hummeln nach kürzester Zeit mühelos, sie hält aber den gefürchteten Feind der Hummel, die Wachsmotte, davon ab, sich in deren Nest einzunisten.

Nektarreiche Pflanzen für Hummeln und Bienen

Vor allem Kleingärtner können und sollten einen Beitrag zum Schutz der Honigbienen und der Entwicklung der einjährigen Hummeln leisten. Dazu gehört, nektarreiche Pflanzen anzubauen, von denen einige besonders früh und andere noch besonders spät im Herbst blühen, damit vor allem die Hummeln vom Anfang bis zum Ende genug Nahrung finden. Denn im Gegensatz zu den Bienen fliegt die Hummelkönigin schon bei 2 Grad Außentemperatur zur Nahrungs- und Nestsuche aus, und ihre Arbeiterinnen können schon bei 6 Grad ausfliegen. Und im Herbst müssen die Hummelköniginnen Vorrat für ihre Überwinterung finden, während das gemeine Hummelvolk nach einem Jahr stirbt. Dadurch, dass die gemeine Hummel nur einjährig ist und nicht das Zeitgefühl und Gedächtnis an den Tag legt, dass eine Bienenpopulation aufweist, sind sie nicht besonders lernfähig, was die Nektarsuche angeht.

Deshalb sollten sich Kleingärtner neben allen anderen Pflanzen auf zwei bis drei unterschiedliche Nektarpflanzen beschränken, da die Hummeln auf diese Weise eine einfache Nahrungssuche haben und sich nicht ständig an unterschiedliche Blütenformen gewöhnen müssen. Denn die rund 1.000 Blüten, die eine Hummel am Tag anfliegt, gehören in der Regel nur zu zwei verschiedenen Blütenarten. Als besonders geeignet gelten beispielsweise Sonnenblumen, Fuchsien und Tomaten. Alle Arten von Salbei sind sehr beliebt, Fingerhut und ungefüllte Dahlien bieten zusätzlich sehr viel Nektar. Und je mehr Nahrung die Hummeln finden, desto mehr Hummelköniginnen werden geboren und desto mehr Hummelvölker entstehen im nächsten Jahr. Auf ein Neues.

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