In der ökologischen Gärtnerei macht der Begriff Mischkultur selbst vor dem Kartoffelanbau nicht halt. Es stellt sich schnell die Frage: Welche Pflanzen vertragen sich gut mit der Kartoffel (Solanum tuberosum)  bzw. fördern diese?

Ein Gärtner der mit Mischkulturen arbeitet baut in seinem Garten die gleichen Pflanzen  nebeneinander an, wie sie die Natur auch hervorbringen könnte. Das garantiert einen schonungsvollen Umgang mit dem Boden und sorgt für deutlich weniger Arbeit. Der Boden ist gedüngt, indem Pflanzen angebaut werden, die Stickstoff aus der Luft im Boden anreichern (Gründüngung). Das sind Schmetterlingsblütler und Kreuzblütler wie Lupine und Rotklee. Nach dem Absterben der Pflanzen wird der in den Wurzeln gespeicherte Stickstoffvorrat an den Boden abgegeben. Die  oberirdischen Teile können als Viehfutter verwendet werden.  Andere Pflanzen schrecken Schädlinge ab, vermeiden Pflanzenkrankheiten oder wirken sich positiv auf den Geschmack des Gemüses aus. Pflanzen die selbst von gleichen Krankheiten oder einem gleichen Schädlingsbefall betroffen sind wie die Hauptfrucht, sollten in Kombination vermieden werden.

Im Garten ist darauf zu achten, dass die vorhandene Fläche optimal genutzt wird. Das Beet sollte ständig mit Pflanzen die miteinander harmonieren begrünt sein. Mit der Kartoffel vertragen sich Kapuzinerkresse, Spinat, Kohlrabi, Mais, Pfefferminze, Meerrettich und Buschbohnen. Bei dreijähriger Fruchtfolge werden zuerst Starkzehrer, dann Mittelzehrer und im dritten Jahr Schwachzehrer angebaut. Die Kartoffel ist ein Starkzehrer. Ihr Anbau erfolgt folglich im ersten Jahr oder im Jahr nach der Gründüngung.

Die Mischkultur von Frühkartoffeln mit Kräutern (Koriander, Kümmel) wirkt sich positiv auf den Geschmack der Erdfrucht aus. In Vergesellschaftung schreckt  Meerrettich den Kartoffelkäfer ab. Tagetes und Spinat sind vorbeugend gegen Knollen- und Krautfäule. Durch den durchgehenden Grünteppich wird eine Ansteckung des Laubes mit Pilzsporen verhindert. Im Vorjahr kann man z. B. Luzerne säen. Diese sorgt für die notwendige Gründüngung (auch als Viehfutter nutzbar). Der Boden wird dann im Herbst das erste Mal umgegraben. Ein zweites Umgraben erfolgt im Frühjahr. Kartoffeln vertragen sich übrigens gut mit Obstbäumen.

Im ersten Jahr könnte man Kartoffeln als Hauptfrucht und Kohlrabi anbauen (beides Starkzehrer), im zweiten Jahr Knoblauch und als Hauptfrucht Mais (Mittelzehrer) sowie im dritten Jahr Bohnen  und Kräuter (Schwachzehrer). Bohnen sind Schmetterlingsblütler, eigen sich also zur Gründüngung. Der Kreislauf kann wieder von vorne beginnen.

Zu beachten ist der unterschiedliche Pflanz- und Erntezeitpunkt von Früh- und Winterkartoffeln. Dementsprechend kann man noch eine Vor- oder Nachfrucht (Spinat oder Kopfsalat) in den Boden bringen. Der Pflanzenabstand ist mit der Notwendigkeit des Hackens (Unkraut jäten und Boden auflockern) gegeben. Außerdem dürfen die unterirdischen Früchte der Kartoffeln nicht beschädigt werden.

Nicht zur Mischkultur geeignet sind z. B. Kartoffeln und Tomaten. Beides sind Nachtschattengewächse. Meerrettich an allen vier Ecken gepflanzt zieht die Schnecken an, die dort abgesammelt werden können. Die Kenntnis vieler günstiger Pflanzenkombinationen beruht auf jahrelangen Erfahrungen.