„Der Mondkalender 2.0“ oder auch „Mit dem Mond im Rhytmus“ nennen sich zwei der vielen Jahresplaner in den Regalen von Thalia und Co. Sich von dem weißen Himmelskörper bei der Gartenarbeit lenken zu lassen, ist heute wieder schwer in Mode. Doch hat das einen Nutzen?


Mystische Werwolfgeschichten, unruhige Nächte und Spaziergänge im Mondenschein– bis heute ist Alltägliches von dem Himmelskörper geprägt. Auch in die Gartenarbeit lassen sich die Mondphasen und ihre Eigenschaften einbeziehen. Teile der Anweisungen können dabei sogar wissenschaftlich begründet werden.

Die Geschichte des Mondkalenders

Die Ursprünge des Mondkalenders, oder auch Lunisolarkalenders liegen in der reinen Ausrichtung nach dem Mond. Schon Völker, wie die Tibeter oder die nordeuropäischen Alemannen lebten und arbeiteten nach diesem Prinzip. Die Einfachheit war ausschlaggebend, denn die Mondphasen lassen sich leichter bestimmen, als der Stand der Sonne. Die Kalender, die in der heutigen Zeit existieren, richten sich nach beiden Himmelskörpern. So können Mond und Tierkreiszeichen einbezogen, aber trotzdem im Einklang mit unserem Gregorianischen Kalender gelebt werden.

Glaube und Wissenschaft

Mondgläubige nehmen Ebbe und Flut als Beweis dafür, dass die Anziehungskraft des Mondes auch im Garten Wirkung zeigt. So sei das Beschneiden von Bäumen beispielsweise an bestimmten Tagen günstiger, da der Mond auch kleine Wassermengen, wie Pflanzensäfte, beeinflusse. Wissenschaftliche Belege zu dieser Vermutung gibt es nicht, jedoch kann es tatsächlich von Vorteil sein, bestimmte Aktivitäten im Garten gezielt an bestimmten Tagen durchzuführen.

Bewiesener Nutzen

Rund 14 Tage dauert es, bis nach dem Vollmond der Himmelskörper im Neumond komplett unsichtbar ist. Untersuchungen eines Studenten der Universität Mannheim ergaben, dass bei diesen beiden Phasen Temperatursenkungen und erhöhte Niederschläge auftreten. Zu diesen Zeitpunkten erscheint es daher sinnvoll, auf die Aussaat empfindlicher Pflanzen zu verzichten.

Auch der Agrarwissenschaftler Hartmut Spieß hat sich mit dem Einfluss des Mondes befasst. Er unterstützt die Aussaat sogenannter „Langtagpflanzen“, wie der Möhre, in der Vollmondphase, da diese vom Mondlicht profitieren würden. Dass im Mondlicht geerntete Äpfel sich geschmacklich von am hellichten Tage gepflückten Obst unterscheiden, ist laut Wissenschaft allerdings nicht vertretbar. Auch egal ist, wann Sie den Rasen pflegen.

Gegen den Schweinehund

Insgesamt braucht es keinen starken Glauben an mystische Mondkräfte, um sich einen Mondkalender anzuschaffen. Obwohl nicht alle Tipps wissenschaftlich belegbar sind, eignet sich der Planer gut, um den inneren Schweinehund zu überwinden und sich mal wieder der Gartenpflege zu widmen. Ob nun das Mondlicht oder die häufigere und hingebungsvollere Pflege der Grund für prachtvolle Blumen und eine reiche Ernte sind, ist letztendlich Nebensache.