Jeder der Naturgärten liebt, vielleicht einen gesehen hat und selber anlegen möchte, fragt sich sicherlich wie der eigene Garten in einen solchen umzuwandeln ist.

Es ist praktisch schon bei der Planung die gesamte Familie mit einzubeziehen. Egal ob groß oder klein, alle sollen sich schließlich in dem neuen Paradies wohl fühlen. Vorstellbar wäre, dass die Kinder eine Spielwiese, eine wilde Ecke oder unter Umständen ein Baumhaus wollen. Die Gärtner wünschen sich eventuell eine Stelle unterm Apfelbaum mit Sitzgelegenheit, einen Kräutergarten, etwas Gemüse und Früchte. Ein Beispiel eines Naturgartens ist ein Japanischer Garten.

diese libelle ist knapp 6 cm lang und sonnt sich morgens auf der wiese. am besten naehert man sich einer libelle von hinten, sonst ist sie ruckzuck weg.

Um alle Vorstellungen zu verwirklichen ist zuerst eine Skizze mit den eigenen Ideen notwendig. Dann wird der Boden analysiert, damit man weiß welche Pflanzen zu ihm passen. In der Regel sind das solche, die in der Umgebung wachsen. Im Naturgarten ist von Anfang an daran zu denken, natürliche Baustoffe, – Dünger und biologischen Pflanzenschutz zu verwenden. Vögel, Insekten und Kleinsäuger sind herzlich willkommen und laden zur Beobachtung ein. Rasenflächen werden höchstens ein bis zweimal pro Jahr gemäht. Im Wesentlichen wird das Wachstum der Gräser, Blumen, Kräuter, … sich selber überlassen. Ist der Garten trocken, dann werden hauptsächlich Arten, die dies mögen, gesät. Entsprechendes gilt für feuchte Flächen.

Zum Naturgarten zählen als Schmuckelemente Trockenmauern aus Naturstein, ein Teich, Bachlauf oder Wasserfall, Wege oder eine Kräuterspirale. Für die Vögel können im Sommer eine Tränke und im Winter eine Futterstelle aufgestellt werden. Vorsicht: Mit dem Vogelfutter werden vielleicht nicht einheimische oder schädliche Arten eingeschleppt. Hervorzuheben ist hier die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Es wird vermutet, dass sie mit dem Futter aus Amerika eingeführt wird und sie bewirkt bei vielen Menschen Allergien. Die Ambrosie ist dem einheimischen Beifuß (Artemisia vulgaris) zum verwechseln ähnlich und muss nach Erkennen sofort über den Müll entsorgt werden. Die Samen sind sehr lange keimfähig.

In der wilden Ecke kann in einem Haufen Reisig unter Umständen ein Igel Unterschlupf finden. Der Apfelbaum trägt, wenn der Gärtner will, ein Vogelhaus in dem übers Jahr hübsche Vögel Einzug halten, z. B. die Blaumeise (Cyanistes caeruleus) oder das Rotkehlchen (Erithacus rubecula). Auf der Wiese, die möglichst nicht begangen werden sollte blühen die verschiedensten Wildblumen, Wildkräuter und Gräser. Das können z. B. Löwenzahn, Gänseblümchen und Margeritte sowie Brennessel (Urtica dioica), Schachtelhalm (Equisetum) und Kamille (Matricaria chamomilla) oder Zittergras (Briza media) und Mäuse Gerste (Hordeum murinum) sein. Außerdem gibt es vielleicht noch einen Brombeer- oder Himbeerstrauch.

Wildwuchs heißt allerdings nicht dass der Naturgarten nicht gepflegt werden muss. Pflanzen die nicht erwünscht sind, sowie solche die sich zu sehr vermehren dürfen entfernt werden. Gegossen wird mit Regenwasser. Falls einmal eine trockene Stelle entsteht ist das nicht schlimm. Sie kann später wieder begrünt werden.

Es gibt genügend Literatur, in der alles Wissenswerte über Naturgärten zu erfahren ist. Ein Tipp: Vieles sät sich durch Vögel oder Wind selbst oder kann direkt beim Händler bestellt werden.