Gartenliebhaber haben viele Träume, was die Sortimentauswahl ihrer Pflanzen angeht. Orchideen stehen dabei ganz oben an und doch verlangen gerade diese Spezies ein ganz besonderes grünes Händchen, will man lange Jahre Freude an den kostbaren Gewächsen haben. Die Vorbereitung für ein Orchideenbeet ist wichtig und später hängt davon alles Werden in dem kleinen Sonderbereich des Gartens ab.

Freilandpflanzung

Die Freilandpflanzung ist zweifellos die Königsdisziplin in der Orchideenhaltung. Hat man sich Gedanken darüber gemacht, wie die gestalterische Phase dieses kleinen Areals aussehen soll und sich schon einmal generell dafür entschieden, einen halbschattigen bis schattigen Bereich zu wählen, beginnen die Erdarbeiten. Sorgfalt ist gefragt. Die Erde muss vorbereitet werden, alle Rhizomkräuter sind wurzeltief exakt zu entfernen. Am besten ist es, die gesamte Beetgröße abzutragen, auf 20 Zentimeter Tiefe und mit neuer, sehr humoser, aber lockerer Erde aufzufüllen. Blähton, Kleinkieselsteine und eine Drainageschicht für den Wasserabzug sind als Untergrund zwingend notwendig. Bei Einzelpflanzungen sollte man eine Größe von 20 Zentimeter im Quadrat wählen, Gruppenpflanzungen vertragen bei maximal fünf Knollen eine Minimalgröße von 50 Zentimetern. Orchideen mit Rhizomen, wie man sie bei Frauenschuh findet, benötigen pro Einzelpflanze einen Bereich von etwa 50 x 50 Zentimeter.



Hier bekommen Sie Orchideen:


Bodenverbesserung

Kalk- oder Lavastein in mittelfeiner Größe von etwa 16/32 Millimeter dienen der Bodenverbesserung. Das Mischungsverhältnis humusreiche Erde ( auch aufgepeppt mit Kiefernrinde) und Gesteinsbeigaben wie Bimskies, Seramis, Blähton sollte 1:1 sein. Buchenlaub und die Nadeln von Tannen/Kiefern können gut die Erdoberfläche abdecken; sie bilden so den notwendigen Verdunstungsschutz. Auf keinen Fall darf organischer Dünger eingemischt und später aufgebracht werden, er würde die Orchideen schädigen. Erfolg wird man mit einer solchen Pflanzengruppe nur haben, wenn das Kleinklima stimmt. So gehören niedrig wachsende Gehölze und Kleinstauden als Begleitpflanzen unabdingbar dazu. Alles braucht seine Zeit, Orchideen aber ganz besonders. Wichtig ist ein gutes Wässern in der Anpflanzphase. Erst etwa zwei Jahre danach sind die heimischen Orchideen als standortstabil zu bewerten und haben gute Aussichten auf langes Leben.
Nährstoffe zieht die Orchidee aus Luft , Wasser und Erde. Will man das unterstützen, kann man Dünger als Zugabe nehmen. Etwa alle vier Wochen ist eine geringe Dosis Flüssigdünger, Wuxal oder Kamsol empfehlenswert. Ganz wichtig ist es, niemals Wasser in die Blätter zu gießen, so dass es in die Rosette fließen kann. Dann faulen Orchideen sehr schnell. Nacktschnecken, Spinnmilben und Blattläuse schädigen die Pflanzen. Der Fachhandel bietet dagegen Spritzmittel an, ohne man meisten nicht auskommen wird. Neudosan ist ein wirkungsvolles Präparat.

Sich an den Orchideen erfreuen

Im nicht kalkhaltigen Orchideenbeet fühlen sich Knabenkraut, Frauenschuh und Stendewurz wohl. Aronstab der mit seiner weißen kelchigen Blüte auffällt und im Herbst sattrote Beeren trägt, dessen Laub tiefgrün und/oder mit schwarzen Flecken versehen ist, gehört als Begleitpflanze unbedingt dazu. Wilde Alpenveilchen, kleinwüchsige Lilienarten und Minifarne bereichern das Bild. Die heimischen Orchideen sind in der Natur alle geschützt, man kann sie aber im Fachhandel, oder über Kontakte im Orchiedeen-/ Exotenforum im Internet bekommen. Weißes und rotes Waldvöglein, Frauenschuharten, Sumpfwurz, Nestwurz, Zweiblatt und Hyazinthen, zehn Arten von Knabenkraut, Rag- und Drachenwurz zeigen, wie vielfältig das Sortiment ist. Liliengewächse, dazu gehört auch die Schachbrettblume, weiten das Begleitpflanzensortiment aus. Der Gartenfreund kann mit einem Orchideenbeet glänzen, vor allem aber tiefe Freude und Befriedigung finden, denn es ist mühsam und zeitaufwändig eine solche Anlage zu haben. Aber wenn man sie einmal eingerichtet und voll mit den Raritäten bestückt hat, ist ein vieljähriges ganz spezielles Ambiente garantiert. Aber: Man muss wissen, es ist dem Spezialisten vorbehalten, so etwas zu besitzen. Mit dem grünen Daumen allein ist hier nichts getan, man muss Fachlektüre lesen und ist gut beraten, auch Orchideenschauen zu besuchen, um das Wissen zu vervollkommnen. Auch eine gute Idee: einen mediterranen Garten anlegen, um ein schönes Urlaubsfeeling zu erzeugen.

Foto: Bill Perry – Fotolia.com

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