Die Spinnmilben (Tetranychidae) sind Pflanzensaftsauger, die ihr Gespinst an der Unterseite der Blätter bauen. Von oben erscheinet das Grün bei Befall hell gesprenkelt, es vertrocknet und fällt ab.

Ein Vertreter, die Rote Spinne (Panonychus ulmi) ist in unseren Breiten besonders stark vertreten. Sie vermehrt sich explosionsartig bei trockener Luft und hohen Temperaturen. Besonders betroffen sind im Garten Bohnen und im Gewächshaus die Gurken.

Dieser Nützling frisst leider keine Spinnmilben.

Vorbeugend werden die Pflanzen, z. B. im Gemüsegarten, mit Brennnesselbrühe eingesprüht, das stärkt die Pflanzen. Auch Mulchen und die damit verbundene Erhöhung der Luftfeuchtigkeit ist ratsam. Das gilt besonders in Gewächshäusern. Ansonsten sollte man oft gießen. Die Rote Spinne mag es nicht feucht. Als Hausmittel ist Zwiebelsud zu empfehlen.

Sind die Pflanzen schon befallen dann empfiehlt sich der Einsatz von Raubmilben, Raubwanzen, Gallmücken, Schlupfwespen, Florfliegen oder Marienkäfer. Raubmilben und Gallmücken können käuflich erworben werden. Marienkäfer gibt es im natürlichen Umfeld. Der Gartenbesitzter sollte alles tun, damit sich dieser Käfer im Garten wohl fühlt. Dazu zählen vielleicht eine dichte Hecke   oder blühende Gräser. Wertvoll zur Bekämpfung von Spinnmilben sind nur Einpunktmarienkäfer (Stethorus punctillum). Sie sind durch eine schwarze Färbung gekennzeichnet. Marienkäfer ernähren sich außerdem von Blattläusen und anderen Schädlingen.

Andere Nützlinge, Raubmilben, sind Amblyseius californicus und Phytoseiulus persimilis. Die Brut beider Arten ist im Fachhandel erhältlich. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Raubmilben und fressen die Sinnmilben und deren Larven. Phytoseiulus frisst z. B. bis zu zwanzig Eier oder Larven der Roten Spinne täglich. Die Menge der eingesetzten Parasiten und die Anzahl der Freisetzungen  richten sich nach der Stärke des Schädlingsbefalls. Bei beiden Raubmilbenarten ist die Anzahl unterschiedlich. Bei der letzt genannten Art beträgt die Population zwischen 6 und 11 Tieren je qm. Amblyseius wird dagegen mit 4 bis 5 Tieren je qm ausgesetzt.

Damit die Raubmilben gut lebensfähig sind dürfen keine chemischen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Beet sein.

Feltiella acarisuga, die Gallmücke, ist ebenfalls ein einheimischer Vertreter. Gehandelt wird sie in verpuppten Stadien. Wenige Tage nach dem Kauf schlüpft das Insekt. Die Mücken selber fressen keine Schädlinge. Aber schon nach wenigen Tagen paaren sich die Gallmücken, legen Eier ab und die daraus schlüpfenden Larven fressen bis zu hundert Eier am Tag oder zwanzig bis dreißig erwachsene Spinnmilben. Die Gallmücke ist besonders geeignet um Herde der Roten Spinne zu bekämpfen. Oft reicht schon ein Tier je qm.

Außer im Garten sind die Haupteinsatzgebiete dieser Nützlinge natürlich in der ökologischen Landwirtschaft, im Weinbau und im Obstanbau. Da man ständig auf die Kosten achten muss, sollten lebensfreundliche Bedingungen für Raubmilben, Gallmücken und co geschaffen werden. Parasiten die überwintern brauchten nicht neu gekauft werden. Aber Vorsicht, Raubmilben die nicht genügend Nahrung (Rote Spinne) im Garten finden fressen auch das Blattgrün der Nutzpflanzen.