Beschäftigt man sich mit der japanischen Gartenbaukunst, dann trifft man auch auf die Zen – Philosophie. Bei Gärten im Zen – Stil sind als Gestaltungselemente nur Felsen oder kleinere Steine und Sand erlaubt.

Diese Japanischen Gärten sind nur zum Betrachten gedacht, sie sind nicht für den Besucher begehbar. Sie strahlen Harmonie aus und dienen der Meditation. Durch geschickte Anordnung von Steinen und geharkten Linien sollen die Elemente der Natur verkörpert werden. Die Linien müssen endlos wirken, sie haben weder Anfangspunkt noch Endpunkt. Sie stehen für das Wasser und versinnbildlichen Flüsse, Seen und Ozeane. Der erfahrene Betrachter erkennt an der Art der Linienführung den Charakter des Elements Wasser.

Steine und Felsen symbolisieren Landschaften. Nach dem Kare-san-sui müssen Formationen aus Steinen immer eine ungerade Anzahl haben. Diese Formationen stehen dann in Gruppen beieinander und bilden für den Betrachter eine Einheit. Eine Möglichkeit ein solches Kunstwerk zu gestalten wäre z. B. Gruppen aus 13; 7 und 5 Steinen zu formieren. Aus verschiedenen Blickwinkeln sind wiederum verschiedene Bilder erkennbar. Der Phantasie ist also keine Grenze gesetzt.

Es sind in einem Zen – Garten übrigens keine Pflanzen erlaubt. Die Felsen dürfen höchstens einen kleinen Moosbesatz aufweisen. Deshalb sollte schon beim Anlegen darauf geachtet werden dass der Boden mit einem Unkrautschutz versehen wird. Die Pflege eines solchen Gartens beschränkt sich auf das Entfernen der wachsenden Moose und Unkräuter und auf das Auffrischen der geharkten Linien.

Besondere Reize erzielt man, indem man dafür sorgt, dass die Anlage nicht von einem Punkt aus komplett überschaubar ist. Das schafft viel Spielraum für die Fantasie und weckt den Entdeckungsdrang. In einem solchen Garten gibt es immer wieder Neues zu erkunden.

Besonders beliebt sind Zen – Gärten für den Schreibtisch. Die gesamte Anlage wird miniaturisiert und in einem kleinen Kistchen errichtet. Es gelten die gleichen Regeln wie im großen. Solch einen Garten kann sich übrigens ein jeder nach seinem eigenen Geschmack anlegen und sich so eine kleine Oase der Entspannung schaffen. Ein guter Platz wäre z. B. der Schreibtisch im Büro oder zu Hause.

Zen – Gärten sind Teillandschaften in vielen Japanischen Gärten. So z. B. im Japanischen Garten Berlin Marzahn. Will man sich ausführlich über Zen – Gärten und die dahinter liegende Philosophie informieren dann lohnt es sich einen solchen Garten zu besuchen und entsprechende Literatur zu lesen. Das ist vielleicht eine Idee für den nächsten Urlaub.