In Gärten haben Nadelgehölze nichts verloren, so sehen es manche Naturschützer. Genau das Gegenteil aber ist der Fall, denn gerade diese Baumarten bieten Vögeln Wetterschutz und sind hervorragende Nistplätze. Nadelgehölze passen aber zumeist in Gärten, weil die Grundstücksflächen zu klein sind und man doch gerne einen Baum haben möchte. Man kann unter vielen Arten wählen und mit bedacht einiges pflanzen, an dem man Jahrzehnte Freude hat.

Arten

Die Koreatann (Abies koreana) zählt zu den sehr langsam wachsenden Arten und ihre Besonderheit sind die bläulichen, aufrecht stehenden Zapfen. Veredelte Bäume werden nur bis maximal sieben Meter hoch und haben kaum Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Immerwährend trockene Böden mag aber auch diese Tanne nicht. Beliebt ist sie vor allem wegen ihrer weißlich-grünen Nadelunterseite. Scheinzypressen (Chamaecyparis) findet man häufig in Parkanlagen und auf Friedhöfen. Die schuppenförmigen, eng anliegenden Zweige sind geradezu ideal, um diesen Bäumen einen dominanten Standtort zu bieten. Sie fallen dann besonders gut auf und können einen kleinen Garten bildhaft prägen, zugleich zu weiteren gestalterischen Ambitionen ermutigen. Grobe, große Steine, dazu noch kleine Nadelholzgewächse, die bis maximal einen Meter hoch werden, zeigen rasch, welche Schönheit man auf engem Raum schaffen kann. Auch die Rotzeder (Juniperus virginiana) ist eine Besonderheit. Ihr schlanker Wuchs und ihre stahlblauen Blätter, nicht Nadeln, zieren dieses Gehölz. Die Standortwünsche sind kompromisslos: sie fühlt sich überall wohl, selbst auf extrem trockenen Sandböden. Außerdem ist sie sehr temperaturtolerant und kann extreme Feuchtigkeit, aber auch extreme Wärme aushalten.

Kiefern

Kiefern kommen für kleinere und mittlere Gärten nicht oder kaum in Frage. Eine Ausnahme bildet aber die Mädchenkiefer (Pinus parviflora). Sie Nadeln, die gedreht sind und an den Enden pinselhäufig aufweiten. Der Jahreszuwachs beträgt maximal 15 Zentimeter. Außer diesen Sorten gibt es noch etliche andere Arten, die bis maximal drei Meter hoch werden. Wer in dieser Kategorie eine Besonderheit sucht, sollte die Hänge-Hemlocktanne (Tsuga canadensis „Pendula“ in Betracht ziehen. Dieser Baum lässt die Zweige weit durchgezogen herabhängen. Er braucht einen absolut exponierten Standort um seine Wirkung auf den Betrachter voll zu entfalten. Die Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa) ist ein extrem langsam wachsendes Gehölz und gehört zu den Koniferen-Zwergarten. Sie hat waagerecht abstehende Zweige, die – dem Namen entsprechend – muschelähnlich geformt sind. Sie erreicht maximal zwei Meter und wird nur etwa zwei Meter breit. Wer die etwas stacheligen, jedoch sehr interessant aussehenden Nadelformen mag und zugleich an einen Urlaub im Gebirge erinnert werden möchte, der sollte eine Bergkiefer (Pinus mugo) pflanzen. In ihrer Heimat, der Alpenregion, wird sie auch „Latsche“ genannt. Sehr gut passt dazu als blühendes Gewächs eine Alpenrose, im Gebirge besser als „Almrausch“ bekannt.

Für kleine Gärten

In Minigärten wie auch in die seitlichen Strauchrabatten und japanische orientierte Anlagen passen am besten Kleinstgehölze. Neben den japanischen Ahornarten kommen hier besonders Nadelgehölze in Betracht wie die Zwerg-Balsamtanne (Abies balsamea) die langsam und in Kugelform über mehrere Jahre auswächst, bis sie maximal 80 Zentimeter groß geworden ist. Sie liebt, wie eigentlich alle Nadelgehölze und bis auf wenige Ausnahmen, saure bis alkalische Böden. Bodendeckende Gehölze wie Kriech-Wacholder, die flache Kiefersorte mit Namen „Mini-Mops“ und andere Arten werden alt und bereiten in der Pflege kaum Arbeit. Wie man generell auch Nadelbäume nicht schneiden sollte, es sei denn, man möchte den sogenannten Formschnitt haben, oder einen Baum, der im unteren Bereich zu breit wird, aufasten. Nadelgehölze wachsen ihrer Umgebung und Formgebung entsprechend. So naturbelassen wirken sie am besten, in Gruppengestellt, oder als Solitärpflanze.

Foto: petrabarz – Fotolia.com

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