Nicht so einfach für jedermann lässt sich vermuten dass die meisten Bäume schon im Sommer oder Herbst des Vorjahres Knospen ausbilden. Diese durchleben dann im Winter eine Ruhezeit um im folgenden Jahr bei steigenden Temperaturen aufzubrechen.


Systematik der Knospenbildung

Es gibt Knospen für Blätter, für Blüten und gemischte Formen. Die Blüten- und Blattansätze können nach ihrem Sitz gegenständig, wechselständig oder kreuzständig sein. Sie sind vielleicht anliegend oder abstehend, die Knospenform ist z. B. spitz oder gedrungen. Anhand der Knospen kann der Kenner im Herbst wenn das Laub gefalles ist oder im Winter erkennen welcher Baum vor ihm wächst.

Fotos: Aboretum der Universität Greifswald

www.uni-greifswald.de

(©Untertitel: Dr. Peter König; Bilder Holger)

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Farbe der Blattansätze. Sie können grün, braun oder schwarz sein. Für die Bestimmung der Gehölze anhand von Knospen ist eine Bestimmungstabelle sinnvoll. Mit ihrer Hilfe kann man mit ein wenig Erfahrung Bäume selbst bestimmen.


Gegenständig sind die Knospen z. B. bei der Rosskastanie oder der gemeinen Esche, wechselständig bei der Sommerlinde und der Rotbuche. Weiter geht es dann bei der Bestimmung nach Farbe und dann nach Form. Reicht das noch nicht, dann können die Knospenschuppen zu Rate gezogen werden. Auch hier gibt es Unterscheidungsmerkmale. Ein weiteres Indiz könnte die Klebrigkeit oder die Nichtklebrigkeit sein. Es gibt noch weitere hier nicht aufgeführte Unterschiede.

Die Bestimmung der Herkunft ist auf diese Art und Weise oft nicht möglich. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die Rinde, Wuchsform usw. Nicht selten muss zur Herkunftsbestimmung der ganze Baum betrachtet werden. Hat man nun die amerikanische Variante des deutschen Baumes, sieht man das vielleicht erst nach Jahren. Soll der Fehler korrigiert werden, dann bleibt nur Roden und neu anpflanzen. Die gleiche Verfahrensweise aus der Botanik lässt sich natürlich auch auf unsere Obstbäume im Garten anwenden. Für die Bestimmung von z. B. Apfel- oder Pflaumensorten reichen die Knospen nicht aus. Hier ist eine Beurteilung der Frucht in Geruch, Aussehen und Geschmack notwendig ist.


Tipp: Fällen eines Baumes

Die beste Zeit um krankes und ungewolltes zu entfernen ist übrigens der Winter. In Deutschland gelten für das Entfernen von Bäumen strenge Richtlinien. Von März bis Oktober ist das Fällen ganz verboten. Ab einen Durchmesser von 10 cm in einem Meter Höhe gemessen ist das Abnehmen ganzer Bäume in Deutschland genehmigungspflichtig. Das gilt auch für Obstbäume. Auskunft und Genehmigungen erteilt in der Regel das örtliche Ordnungsamt.


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Literatur
Unsere Bäume im Winter. Bestimmung nach Knospen, Rinde, Wuchsform (Broschiniert)
Verlag: Kosmos Verlags-GmbH (Juni 1989)
ISBN: 3440054039
Preis: leider vergriffen; gebraucht ab 24,99
www.amazon.de